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Auf Reisen #2 Wetterchaos in Friedrichskoog

 

Es ist wieder so weit! Endlich packen wir wieder unsere kleine Freeda voll und machen uns auf die Socken! Dieses Mal sind wir an der Nordsee, im kleinen Urlaubsort Friedrichskoog. Dort waren wir vor ein paar Monaten, in Freedas Anfangszeit, schon ein mal. Seit dem konnten wir unseren Ausbau noch optimieren und alles Unpraktische, so gut es ging, beheben.

Wie du bestimmt schon mitbekommen hast, hat uns das „Geocaching“- Fieber gepackt. Deshalb haben wir uns dieses Wochenende vorgenommen eine große Tour zu starten und über 2 Tage so viele Caches wie möglich zu finden. Das Tolle daran ist, dass wir bei diesem Ausflug ganz andere Seiten der Gegend entdecken können. Das erste Mal haben wir die meiste Zeit damit verbracht am Strand zu liegen und im Watt oder auf dem Deich zu spazieren. Das Geocaching zwingt uns nun schon regelrecht dazu andere Straßen zu nehmen und wieder einen neuen Ort zu entdecken. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum wir dieses Hobby so lieben. 

 

Aber nun zu unserem Ausflug:
Wir starten Samstag Morgen. Nachdem wir zu Hause gemütlich aufgestanden sind und uns bei einem reichhaltigen Frühstück gestärkt haben, beladen wir unsere Freeda und fahren los in Richtung Nordsee. Glücklicherweise fahren wir von Hamburg aus gerade einmal 1,5 Stunden sowohl zur Ost- als auch zur Nordsee. So haben wir die Möglichkeit, wie auch an diesem Wochenende, immer wieder kleine spontane Trips ans Meer zu machen.

 

Wie bereits erwähnt, ist das nicht unser erstes Mal an der Friedrichskooger Spitze und so wissen wir bereits, wo wir unsere Nacht verbringen können. Der Stellplatz befindet sich etwa 700 Meter vom Deich und dem Strand entfernt. Circa auf der Hälfte der Strecke gibt es ein Klohäuschen, dass täglich gereinigt wird und 24 Stunden lang offen steht. Perfekt also für Wild Camper wie uns! 

 

 

Kaum angekommen, breitet sich Urlaubstimmung aus. Wir machen es uns erstmal in unseren Campingstühlen bequem und essen eine Kleinigkeit. Bis jetzt haben wir auch noch Glück mit dem Wetter, was sich bald aber ändern wird. Denn schon bald bemerken wir, wie sich der Himmel über uns zu zieht und die ersten Tropfen runter kommen. Genau in dem Moment, in dem wir unsere Tour starten wollen, fängt es richtig an zu regnen. Aber auch das ist für Profi- Camper wie uns kein Problem, denn wir haben unser Wind- und Regenjacken dabei! 

 

 

Nachdem der Proviant verstaut ist (denn ein Cacher darf niemals hungrig werden!), machen wir uns also auf den Weg. Zu unseren Gunsten ist es wenigstens windstill, sodass wir zwar nass bis auf die Unterwäsche sind, es aber nicht allzu kalt ist. So können wir also auf große Caching Tour gehen, ohne dass jemand von uns rumzickt, weil ihm unwohl und kalt ist.
Prima gelaunt bringen wir trotz Regen den ersten Kilometer und die ersten Caches hinter uns bis wir unser Highlight des Wochenendes erreichen:
Ein Cache, also ein verstecktes kleines Döschen wartet am Ende des 2,2 km langen Trischendamms nur darauf von uns entdeckt zu werden. Dies ist ein schmaler und unebener Weg, der im Meer endet. Vor Wind und Wetter völlig ungeschützt kann man auf dem Weg zur Spitze die Meerbriese im Gesicht genießen und besonders bei Ebbe die vielen Tiere in der Umgebung beobachten. So konnten wir z.B. Mama- Krebse sehen, die Ihre Jungen vor den gefräßigen Möwen schützen. 

 

 

Wie aus dem Nichts fängt es plötzlich wie aus Eimern an zu regnen. Wir müssen lachen, da das der wohl ungünstigste Zeitpunkt für so einen Starkregen ist, wenn man sich Mitten auf dem Meer ohne jegliche Unterstellmöglichkeit befindet. Dennoch sind wir fest entschlossen die 2. Hälfte auch noch zu meistern und unser Ziel zu erreichen. Komplett nass kommen wir dann auch an der Spitze an. Wir drehen uns um und betrachten den endlos scheinenden Weg, den wir hinter uns gebracht haben. Stolz darauf nicht aufgegeben zu haben, suchen und finden wir den Cache. Dabei werden wir vom Wettergott belohnt, denn just in dem Moment, in dem wir alles wieder verstecken, reist der Himmel auf und die wärmenden Strahlen der Sonne treffen unsere durchnässten Körper. Sofort ist uns wieder warm und wir können unsere Augen nicht von dem unglaublichen Naturschauspiel lassen, welches sich gerade für uns zeigt. Hey Wettergott, kannst du uns nicht bei jeden Fund so belohnen?

 

 

Der Rückweg vergeht, wie so oft, schneller und wir erreichen nach 4,4 km Wanderung über dem Meer wieder das Festland. So viel Bewegung macht hungrig, weswegen wir zurück zu Freeda gehen, um uns eine Stärkung zu gönnen.
Natürlich werden wir dann aber doch wieder einmal vom Regen überrascht. Aus diesem Grund suchen wir dieses Mal Unterschlupf in einem hölzernen Pavillon, der für die Strandbesucher in der Nähe der Toilettenhäuser steht. Gaskocher, Tortellini und Sauce stellen wir also bereit, beginnen zu kochen und bemerken dann, dass wir nicht alleine sind. Eine Gruppe Menschen versammelt sich um und in dem Pavillon. So kommen wir ins Gespräch, nachdem wir die interessierten Blicke auf uns und unsere Freeda bemerken. Später erfahren wir, dass es eine Familie ist, die hier gemeinsam eine Wattwanderung starten wollte. Diese fiel wortwörtlich ins Wasser, da ihnen der immer wieder kehrende Regen einen Strich durch die Rechnung machte. 

 

Dieser Pavillon hat uns am gesamten Wochenende unsere trockenen Hintern gerettet, denn so lieb wir unsere Freeda auch haben, ist sie leider nur begrenzt bei schlechtem Wetter zu gebrauchen. Deshalb unser Tipp an dich: Wenn du nicht gerade im Hochsommer unterwegs bist, halte Ausschau nach solchen (Wander-) Hütten und schlage deine Zelte in der Nähe auf. So findest du immer Schutz, sollte sich das Wetter mal so schnell ändern, wie an unserem Wochenende in Friedrichskoog. Und natürlich darfst du auch deine Regenkleidung nicht vergessen! 

 

Die nächste Trockenphase nutzen wir, um am Deich entlang zu spazieren. Neben Schafen, die uns den Weg versperren wollen, sehen wir noch einen Regenbogen, der sich uns in prächtigen Farben zeigt. Auch wenn das nicht der Einzige an diesem Wochenende ist, ist es der Krasseste, denn zum ersten Mal sehen wir sowohl Anfang als auch Ende des Regenbogens. Für eine Weile stehen wir nur da und genießen die Aussicht. 

 

 

So langsam wird es dunkel. Wir entscheiden auf dem Parkplatz neben dem Pavillon zu übernachten, da wir eh Frühaufsteher sind und nicht mit großen Touristenmassen rechnen, die über Nacht hier auftauchen. Außerdem haben wir auch bei Regen morgens die Chance gemütlich zu frühstücken und guter Dinge in den neuen Tag zu starten.
Die Nacht verläuft ähnlich wie der Tag, mal Regen, mal trocken. Nichts desto Trotz lässt es sich hervorragend einschlafen mit dem Meeresrauschen vor der Tür und dem mal leichten, mal starken Regen auf dem Dach. 

 

 

Der nächste Morgen beginnt mit einem kleinen Schock. Scheinbar haben wir unter diesen Umständen so super geschlafen, dass wir nicht wie sonst um 8 Uhr morgens aufwachen. Stattdessen ist es bereits 11 Uhr und alle Friedrichskooger Touristen haben sich bei dem leichten Sonnenschein bereits auf dem Weg zum Strand gemacht. Wir erhaschen neugierige Blicke, als sie die Heckscheibe unserer Freeda passieren. Glücklicherweise sind alle anderen Fenster mit Gardinen ausgestattet, die noch mehr Gaffer daran hindern uns beim schlafen zu beobachten. Deswegen beschließen wir den Kofferraum zu öffnen und eingekuschelt noch etwas unter der warmen Decke zu liegen und den entspannenden Geräuschen des Meeres zu lauschen. 

 

Selbstverständlich spielt das Wetter heute genau so verrückt wie gestern, nur dass es heute dazu noch sehr windig ist. Deshalb verlegen wir unsere Geocaching Tour auf einen anderen Ort, der weiter von der Küste entfernt liegt. Im Anschluss brechen wir den Heimweg an, da auch hier keine Besserung der Wetterlage in Sicht ist. 

 

Dieses Wochenende hat uns mal wieder gezeigt, dass wir genau das Richtige tun. Unsere Leidenschaft zum Reisen können wir mit Freeda bestens ausleben, auch mit wenig Budget und Zeit. Außerdem haben wir das perfekte Hobby gefunden, da man in jedem Ort und Land, das man besucht, auch mindestens einen Cache finden kann. Zusätzlich lernt man die verschiedenen Orte noch besser kennen, da man nicht immer nur die gewohnten Straßen nimmt.
Unser Fazit also: Geil, nächste Woche gleich wieder!

Haben wir dich schon angesteckt? Mehr darüber, welche Geocaching Touren wir machen und was wir dabei erleben, findest du unter unserer Geocaching Rubrik. 

 

Bis zum nächsten Trip, 

 

 

Nadine & Rikkert

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Strubi (Mittwoch, 07 November 2018 14:28)

    In Friedrichskoog waren wir auch bei unserem letzten Nordsee-Urlaub. Da haben wir uns in die Robbenbabies in der Seehund-Aufzuchtstation verliebt !