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Auto günstig zum eigenen (Micro)Camper ausbauen - Low Budget -Schritt für Schritt Anleitung

Hey lieber Abenteurer, 

 

wie wir dazu kamen uns unseren eigenen Microcamper zu bauen, hast du ja bereits in einem älteren Beitrag erfahren. Heute soll es, aufgrund der erhöhten Nachfrage, um den tatsächlichen Umbau von einem kleinen Stadtauto zum Microcamper gehen und wie wir das komplett allein gemeistert haben, trotz vier linker Hände und für unter 100€. 

 

Schritt 1: Die Vorbereitung

 

 

Unser erster Schritt bestand daraus, dass wir uns einen Zettel schnappten und wild unsere Gedanken zum Umbau nieder kritzelten. So bemerkten wir schnell, welche Punkte wir noch beachten müssen, wie beispielsweise die kleine Steigung der runtergeklappten Rückbank. Wir überlegten, welche Stellen des Gestells belastet und werden, wenn wir darauf schlafen und wie wir genügend Stauraum bekommen. Außerdem lassen sich unsere Vordersitze nicht komplett umklappen, weshalb auch hier eine Lösung gefunden werden musste, bei der das Gesamtergebnis am Ende auch leicht wieder ein- und auszubauen sein muss. 

 

Schritt 2: Materialbeschaffung

 

Nun nahmen wir die Maße aller Seiten, die wir laut unserer Skizze brauchten und fuhren in den nächsten Baumarkt. Wir haben ausschließlich Schnittreste, zwei 3 Meter lange Holzleisten und eine Pressholzplatte mit 2 Metern Länge, die ursprünglich kreativ verbaut in unserer Wohnung landen sollte, verwendet. Somit haben wir alle nötigen Materialien für unter 60€ bekommen, da wir all das Werkzeug, wie eine Säge und ausreichend Schrauben, bereits zu Hause haben. 

 

Schritt 3: Ran an den Speck! 

 

 

Wir haben mit dem Kofferraum begonnen und die kleineren Platten auf die vorher genommenen Maße zurechtgeschnitten, sodass diese nach ein wenig Korrektur-Sägen perfekt in den hinteren Teil von freeda passen.
Kleiner Tipp: Überprüfe doch mal, ob du den unteren Boden deines Kofferraums herausnehmen kannst. Dadurch haben wir eine Menge Platz geschaffen und haben nun mehr Stauraum unter unserer Liegefläche. Dort lagern wir unsere Lebensmittel, die dadurch auch schön kühl bleiben. Mehr Infos und Tipps zum Stauraum, findest du in unserem Blogartikel dazu.

Das mittlere Gestell, welches die größte Liegefläche der einzelnen Teile darstellt, ist aufgrund der Steigung der umgeklappten Rückbank eine besondere Herausforderung. So schnitten wir zunächst die große Pressholzplatte in insgesamt drei Teile.  


Die erste Platte bildet unseren Fußteil und ist eine Abdeckung für die eben eingebauten Platten im Kofferraum. Diese Platte nutzen wir ebenfalls als Tisch, indem wir sie am Kofferraum ablegen und mit Hilfe eines weiteren dünnen Bretts, welches als Tischbein fungiert, am Boden stützen. Der zweite Teil der Platte ist so groß, wie die Rückbank und endet vor dem Beginn des Fußraums. Somit bleibt noch ein Teil der Platte übrig, der später die Liegefläche für unsere Köpfe wird. 

 

 

Aus den langen Leisten bauen wir uns ein rechteckiges Gestell, das minimal kleiner ist als die mittlere Liegefläche (da man sie sonst schwer rausbekommt, bzw. wir sie nicht an den Sitzhalterungen vorbei bekommen.) Dafür stapeln an den vier Seiten zurecht gesägte Latten so lange übereinander bis wir die erwünschte Höhe erreicht haben. Diese ist von der Höhe deiner Kofferraum-Konstruktion abhängig und ob du eine gewisse Steigung durch die Sitze hast, da du am Ende ja nicht auf einer unebenen Liegefläche schlafen möchtest.

Leider können wir dir nicht verraten wie du alles genau berechnest, um ein perfektes Ergebnis zu erhalten, denn bei uns lief das alles eher frei Schnauze und unsere Konstruktion hält auch schon viele Reisen ohne jegliche Schaden durch! 

 

Das gröbste ist nun geschafft, denn was jetzt nur noch fehlt, ist das Kopfteil, welches wir mit Hilfe von Scharnieren am Mittelgestell befestigt haben. So können wir es während der Fahrt umklappen und innerhalb von Sekunden wieder aufbauen. Als zusätzliche Sicherheit, da das Kopfteil über dem Fußraum keine Auflagefläche hat, die für Stabilität sorgt, haben wir Löcher durch die Platte gebohrt und Schnüre von einem Turnbeutel durchgefädelt, die am Ende am Vordersitzen festgebunden werden. 

 

Schritt 4: Der Feinschliff

 

Fast geschafft! Nun fehlt eigentlich nur noch eine bequeme Unterlage. Wir nutzen seit Beginn Isomatten und mehrere Lagen einer Schaumstofflage, die wir zusammengenäht haben. Meist liegt noch eine Decke für zusätzlichen Komfort darunter und unsere Bettwäsche nehmen wir von zu Hause mit. Natürlich lässt sich das ganze auch mit Isomatte und Schlafsack lösen, jedoch wollten wir immer das Gefühl eines rollenden Zuhauses haben. 

 

Wir hoffen, dass all deine Fragen geklärt wurden und du inspiriert wurdest, deinen eigenen Mikrocamper zu bauen! Falls du dennoch Fragen haben solltest, dann schreib uns gerne dazu. Desweiteren freuen wir uns auf deine Erfahrungen und Bilder deines Mikrocampers. 

 

Bis bald, 

 

Nadine & Rikkert 

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